Herbstgrasmilben beim Pferd – kleine Plagegeister, großer Juckreiz

Der Sommer geht langsam zu Ende, morgens liegt schon Tau auf der Weide und eigentlich beginnt jetzt eine richtig schöne Zeit im Stall.

Wären da nicht diese kleinen Plagegeister, die bei manchen Pferden plötzlich für ordentlich Juckreiz sorgen: Herbstgrasmilben.

Während einige Pferde überhaupt keine Probleme damit haben, reagieren andere ausgesprochen empfindlich. Plötzlich wird an den Beinen geknabbert, gescheuert und gerieben – und manchmal entdeckt man beim genaueren Hinsehen kleine gerötete oder bereits wunde Stellen.

Was sind Herbstgrasmilben eigentlich?

Herbstgrasmilben sind winzig. Interessant für unsere Pferde sind vor allem ihre Larven, die sich auf Gräsern und niedriger Vegetation befinden und beim Weiden auf das Pferd gelangen können.

Typischerweise treten sie vor allem im Spätsommer und Herbst auf.

Die kleinen orange-rötlichen Larven sind manchmal sogar mit bloßem Auge als winzige Punkte zu erkennen. Viel häufiger bemerkt man aber zunächst die Reaktion des Pferdes.

Woran kann ich einen Befall erkennen?

Ein typisches Zeichen ist Juckreiz.

Das Pferd knabbert beispielsweise auffällig häufig an seinen Beinen, reibt die Beine aneinander oder versucht, sich an Gegenständen zu scheuern.

Besonders aufmerksam sollte man die unteren Bereiche der Beine, die Fesselbeugen und den Kronrand beobachten. Auch am Kopf und an anderen Hautstellen können Veränderungen auftreten.

Die Haut kann gerötet sein und es können kleine Knötchen oder Quaddeln entstehen.

Und genau hier liegt häufig das eigentliche Problem:

Ein Pferd versteht natürlich nicht, dass es besser wäre, die Stelle einfach in Ruhe zu lassen. Wenn es juckt, wird geknabbert und gescheuert.

Aus einer kleinen gereizten Stelle kann dadurch relativ schnell eine offene oder entzündete Hautstelle werden.

Mein Pferd hat Herbstgrasmilben – was kann ich tun?

Zunächst sollte man sich die betroffenen Stellen in Ruhe ansehen.

Sind tatsächlich kleine orange-rötliche Punkte zu erkennen? Gibt es nur etwas Juckreiz oder hat sich das Pferd bereits wund gescheuert? Sind die Stellen trocken oder vielleicht schon nässend und entzündet?

Leicht verschmutzte Bereiche kann man vorsichtig reinigen und anschließend gut trocknen lassen.

Dabei gilt für uns: Mehr Pflege ist nicht automatisch bessere Pflege.

Gerade gereizte Pferdehaut verträgt es häufig nicht besonders gut, wenn ständig gewaschen, geschrubbt und anschließend noch mit verschiedenen Mitteln experimentiert wird.

Gegen noch vorhandene Milbenlarven können geeignete Mittel gegen äußere Parasiten eingesetzt werden. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass das jeweilige Präparat tatsächlich für Pferde geeignet ist.

Im Zweifel lieber kurz beim Tierarzt nachfragen, bevor irgendein Mittel aus dem Hunde- oder Katzenbereich ausprobiert wird.

Wenn der Juckreiz zum eigentlichen Problem wird

Manche Pferde reagieren nur leicht auf Herbstgrasmilben.

Bei anderen sieht die Sache ganz anders aus.

Sie knabbern und scheuern teilweise so intensiv, dass die Haut kaum eine Chance hat, sich wieder zu beruhigen.

Dann entsteht schnell ein kleiner Teufelskreis:

Es juckt → das Pferd scheuert → die Haut wird gereizt → es juckt noch mehr.

Spätestens wenn offene, nässende oder stark geschwollene Hautstellen entstehen, sollte der Tierarzt draufschauen.

Denn durch die beschädigte Haut können zusätzlich Bakterien eindringen. Dann behandelt man irgendwann nicht mehr nur die Folgen der Milben, sondern möglicherweise bereits eine richtige Hautentzündung.

Kann ich Herbstgrasmilben vorbeugen?

Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt bei einem Pferd mit Weidegang wahrscheinlich nicht.

Was aber helfen kann, ist ein bisschen Detektivarbeit.

Wenn euer Pferd jedes Jahr im Spätsommer plötzlich Probleme bekommt, lohnt es sich zu beobachten:

Wann beginnt es? Auf welcher Koppel steht das Pferd? Sind andere Pferde ebenfalls betroffen? Und verschwinden die Beschwerden wieder, wenn die Weide gewechselt wird?

Bei bekannten Problemflächen kann es helfen, den Aufenthalt während der stärksten Milbenzeit etwas einzuschränken.

Für Pferde geeignete Repellentien können ebenfalls eine Möglichkeit sein.

Und vor allem lohnt sich bei empfindlichen Pferden der regelmäßige Blick auf Beine, Fesselbeugen und Kronrand.

Denn eine kleine gerötete Stelle lässt sich deutlich einfacher in den Griff bekommen als ein Pferd, das sich bereits seit mehreren Tagen wund scheuert.

Aber Achtung: Juckreiz bedeutet nicht automatisch Herbstgrasmilben

Das sollte man wirklich im Hinterkopf behalten.

Nur weil es Spätsommer oder Herbst ist und das Pferd plötzlich juckende Beine hat, müssen nicht automatisch Herbstgrasmilben dahinterstecken.

Auch andere Milbenarten, Mauke, Pilze, bakterielle Hautprobleme, Allergien oder Reaktionen auf Insekten können ähnlich aussehen.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, die Beschwerden stark sind oder immer wiederkommen, ist deshalb eine tierärztliche Untersuchung die bessere Lösung als langes Ausprobieren.

Unser HorseBagz-Tipp

Wir Pferdebesitzer kennen unsere Pferde meistens ziemlich gut.

Wenn sich ein Pferd plötzlich häufiger an den Beinen knabbert oder scheuert, lohnt sich deshalb der genauere Blick – auch wenn auf den ersten Blick noch gar nicht viel zu sehen ist.

Gerade bei Herbstgrasmilben können die Verursacher winzig sein, während die Reaktion des Pferdes ziemlich deutlich ausfällt.

Deshalb gilt für uns:

Früh hinschauen, Haut im Auge behalten und nicht warten, bis aus ein bisschen Juckreiz eine größere Baustelle geworden ist.

Und wenn ihr unsicher seid oder die Haut bereits deutlich entzündet ist, gehört das Ganze in die Hände des Tierarztes.

So kommt euer Pferd hoffentlich möglichst entspannt und ohne großes Kratzen durch den Herbst.

Hinweis: Dieser Beitrag /Bilder wurde mit Hilfe von KI erstellt. Er dient der allgemeinen Information für Pferdehalter und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.

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