Sommerekzem beim Pferd – Muss jedes Pferd, das sich scheuert, gleich ein Ekzemer sein?(Teil 1)

Der Sommer ist für viele Pferde die schönste Zeit des Jahres. Endlich lange Tage auf der Weide, Sonnenschein und frisches Gras. Doch sobald die Temperaturen steigen, tauchen auch Mücken, Bremsen und andere Insekten auf – und mit ihnen beginnt für manche Pferde eine echte Leidenszeit.

Schnell fällt dann der Satz: „Das ist bestimmt Sommerekzem.“ Doch stimmt das wirklich?

Die Antwort lautet: Nein. Denn nicht jedes Pferd, das sich an Mähne oder Schweif scheuert oder sogar einmal eine kleine wunde Stelle hat, leidet automatisch unter einem Sommerekzem.

Schauen wir uns einmal an, was wirklich dahinterstecken kann.


Was ist ein Sommerekzem überhaupt?

Beim Sommerekzem handelt es sich um eine allergische Reaktion auf den Speichel bestimmter Insekten – vor allem der winzigen Kriebelmücken. Während die meisten Pferde einen Mückenstich kaum beachten, reagiert das Immunsystem eines Ekzemers übermäßig stark darauf.

Die Folge ist ein intensiver Juckreiz. Und genau dieser Juckreiz sorgt dafür, dass sich betroffene Pferde immer wieder an Zäunen, Bäumen oder Stallwänden scheuern. Das kann so weit gehen, dass Haare ausfallen, die Haut wund wird und sich sogar Entzündungen entwickeln.


Mein Pferd scheuert sich – ist das jetzt Sommerekzem?

Diese Frage stellen sich viele Pferdebesitzer. Die gute Nachricht ist: Nicht unbedingt.

Gerade im Sommer ist es völlig normal, dass sich ein Pferd hin und wieder kratzt. Genau wie wir Menschen reagieren auch Pferde auf Mückenstiche oder juckende Haut.

Vielleicht hat dein Pferd einfach einen besonders lästigen Insektenstich erwischt oder steckt gerade mitten im Fellwechsel. Auch trockene Haut, Parasiten oder eine kleine Reizung durch Halfter oder Decke können dazu führen, dass es sich häufiger kratzt.

Selbst wenn dabei einmal eine kleine Scheuerstelle entsteht, bedeutet das noch lange nicht, dass dein Pferd an einem Sommerekzem leidet.

Der entscheidende Unterschied ist die Intensität und Regelmäßigkeit.

Ein Pferd mit Sommerekzem hört meist kaum noch auf zu scheuern. Die Beschwerden treten häufig jedes Jahr zur gleichen Zeit auf und werden ohne geeignete Maßnahmen oft immer stärker.


Woran erkennt man ein Sommerekzem?

Typischerweise beginnt alles mit starkem Juckreiz.

Besonders betroffen sind:

  • der Mähnenkamm
  • die Schweifrübe
  • manchmal auch Bauchnaht oder Ohren
  • auch der Kopf/Gesicht kann betroffen sein

Mit der Zeit brechen Haare ab oder fallen ganz aus. Die Haut wird dicker, schuppig oder entzündet und kann sogar nässen.

Viele Pferde wirken während dieser Zeit regelrecht gestresst, weil der ständige Juckreiz ihnen kaum Ruhe lässt.


Warum bekommen manche Pferde Sommerekzem und andere nicht?

Warum genau manche Pferde betroffen sind und andere überhaupt nicht, lässt sich bis heute nicht vollständig erklären.

Man geht davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenspielen.

Zum einen spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Einige Rassen wie Islandpferde oder Friesen sind häufiger betroffen, grundsätzlich kann jedoch jedes Pferd ein Sommerekzem entwickeln.

Zum anderen entscheidet das Immunsystem darüber, wie stark ein Pferd auf den Speichel der Insekten reagiert.

Auch die Umgebung hat Einfluss. In der Nähe von Bächen, Teichen oder feuchten Weiden fühlen sich Kriebelmücken besonders wohl. Dort ist die Belastung oft deutlich höher als auf offenen, windigen Flächen.


Was kann man tun?

Auch wenn sich ein Sommerekzem meist nicht vollständig heilen lässt, gibt es viele Möglichkeiten, den Pferden das Leben deutlich angenehmer zu machen.

An erster Stelle steht der Schutz vor Insekten. Viele Pferde profitieren von einer gut sitzenden Ekzemerdecke oder einem passenden Insektenschutz.

Ebenso wichtig ist eine gute Hautpflege. Eine gesunde Hautbarriere kann Reizungen besser abwehren und bereits gereizte Haut schneller beruhigen.

Zeigt ein Pferd starken oder anhaltenden Juckreiz, sollte außerdem immer ein Tierarzt hinzugezogen werden. Er kann andere Ursachen ausschließen und gemeinsam mit dem Besitzer einen passenden Behandlungsplan erstellen.

Auch eine ausgewogene Fütterung und eine möglichst stressarme Haltung unterstützen die Hautgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes.


Beobachten statt vorschnell urteilen

Es ist verständlich, dass viele Pferdebesitzer bei einer gescheuerten Mähne sofort an Sommerekzem denken. Schließlich liest man gerade im Internet sehr schnell von dieser Erkrankung.

Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Nicht jede kahle Stelle ist gleich ein Ekzem. Manchmal steckt schlicht ein hartnäckiger Mückenstich oder eine vorübergehende Hautreizung dahinter.

Erst wenn der starke Juckreiz über längere Zeit anhält, immer wiederkehrt und die typischen Hautveränderungen auftreten, spricht vieles für ein Sommerekzem.


Fazit

Sommerekzem ist weit mehr als ein bisschen Scheuern. Für betroffene Pferde bedeutet die Erkrankung oft monatelangen Juckreiz und eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Genauso wichtig ist aber auch die andere Seite: Nicht jedes Pferd, das sich im Sommer kratzt oder einmal eine wunde Stelle hat, ist automatisch ein Ekzemer.

Deshalb gilt: Beobachte dein Pferd aufmerksam, nimm Veränderungen ernst, aber ziehe keine vorschnellen Schlüsse.

Mit einer guten Beobachtung, einer frühzeitigen tierärztlichen Abklärung und dem richtigen Management lassen sich viele Hautprobleme gut in den Griff bekommen – und dein Pferd kann den Sommer wieder deutlich entspannter genießen.

Hinweis: KI Info

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