Pferde sind soziale Tiere, die viel miteinander kommunizieren. Dabei nutzen sie eine Vielzahl von nonverbalen Signalen, um ihre Bedürfnisse, Emotionen und Absichten auszudrücken.
Körpersprache: Das ABC der Pferdekommunikation
Die Körpersprache spielt eine entscheidende Rolle in der Verständigung von Pferden. Sie beobachten sich genau und nehmen kleinste Veränderungen in der Haltung, Mimik oder Bewegung des anderen Pferdes wahr. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um Großpferde oder Ponys handelt.
- Ohren: Die Ohren sind wie kleine Satelliten, die permanent Informationen empfangen und senden. Sind sie aufgestellt und nach vorne gerichtet, signalisiert das Aufmerksamkeit und Interesse. Sind die Ohren angelegt, kann das Unsicherheit, Angst oder Aggression bedeuten.
- Kopf und Hals: Die Kopf- und Halshaltung gibt Aufschluss über die Stimmung des Pferdes. Ein erhobener Kopf mit stolzer Haltung deutet auf Selbstbewusstsein hin, während ein gesenkter Kopf eher Unterwürfigkeit oder Trauer signalisiert.
- Schweif: Der Schweif ist ein weiterer wichtiger Kommunikationskanal. Ein locker herabhängender Schweif ist in der Regel ein Zeichen von Entspannung. Ist der Schweif jedoch eingeklemmt, kann das Angst oder Schmerzen bedeuten.
- Blick: Auch der Blickkontakt spielt eine Rolle. Starren sich Pferde an, kann das eine Drohung sein. Ein abgewandter Blick zeigt eher Desinteresse oder Unterwürfigkeit.
Akustische Signale: Mehr als nur Wiehern
Neben der Körpersprache nutzen Pferde auch akustische Signale, um miteinander zu kommunizieren.
- Wiehern: Das Wiehern ist wohl das bekannteste Geräusch von Pferden. Es dient dazu, über Distanz Kontakt aufzunehmen oder auf sich aufmerksam zu machen.
- Schnauben: Schnauben kann verschiedene Bedeutungen haben. Es kann ein Zeichen von Aufregung, Erleichterung oder auch von Warnung sein.
- Grunzen: Das Grunzen ist ein tiefer, gutturaler Laut, der oft in Konfliktsituationen zu hören ist. Es kann eine Drohung oder auch ein Zeichen von Unbehagen sein.
Taktile Kommunikation: Zärtlichkeiten und Kämpfe
Auch die Berührung spielt in der Pferdesprache eine Rolle. Zärtliches Nüstern oder Knabbern kann Zuneigung ausdrücken, während ein Stoßen oder Beißen eher als Drohung zu verstehen ist.
Was ist normal, was ist bedrohlich?
Innerhalb einer Pferdeherde gibt es eine Rangordnung. Pferde, die rangniedriger sind, zeigen oft unterwürfige Gesten, um Konflikte zu vermeiden. Kurzes Scheuchen oder Drohgebärden sind in der Regel normal, solange sie nicht eskalieren.
Wann sollte man Pferde trennen?
Wenn Pferde ständig streiten und sich dabei verletzen, ist es wichtig, sie zu trennen. Auch wenn ein Pferd von den anderen ständig gemobbt wird, sollte man es aus der Gruppe nehmen.
Können Ponys und Großpferde zusammen gehalten werden?
Ja, Ponys und Großpferde können in der Regel zusammen gehalten werden, solange genügend Platz und Ressourcen vorhanden sind. Wichtig ist, dass jedes Pferd seinen Platz in der Herde findet und nicht unterdrückt wird.
Können Ponys sich gegen ein Großpferd wehren?
Absolut ! Ponys sind oft sehr clever und können sich auch gegen größere Pferde behaupten. Sie sind wendig, flink und können schneller reagieren als große Pferde. Sie können blitzschnell austreten, beißen und bis das Großpferd sich umgedreht hat sind sie schon am anderen Ende des Auslaufes.
Fazit
Die Kommunikation von Pferden ist ein komplexes und faszinierendes Thema. Wenn man die Körpersprache und die Verhaltensweisen der Pferde versteht, kann man ihre Bedürfnisse besser erkennen und ihnen ein artgerechtes Leben ermöglichen. Wichtig ist dabei das man diese Sprache und Zeichen auch richtig zu erkennen weiß. Ein gelegentliches hin und her Scheuchen hat wenig mit Dominanzverhalten zu tun. Vielmehr können hier Langeweile, Unzufriedenheit oder sogar auch Spiel im Fokus stehen. Einschreiten sollte man dann wenn die Pferde oder Ponys nicht zur Ruhe kommen, wenn das Scheuchen die meiste Zeit in Anspruch nimmt sowie wenn die Tiere Wunden aufzeigen oder gar verschwitzt und gestresst wirken.