„Hufrehe bei Pferden: Ein aktuelles Problem und warum Herbst und Winter besondere Vorsicht erfordern“

Hufrehe ist eine schmerzhafte und potenziell schwerwiegende Krankheit, die Pferdehalter vor schwierige Herausforderungen stellt. Trotz ihrer langen bekannten Geschichte ist die Krankheit heutzutage besorgniserregend weit verbreitet. Gerade in den Übergangszeiten wie Herbst und Winter steigt die Gefahr, dass Pferde sich diese Erkrankung anziehen. In diesem Blogbeitrag erlĂ€utern wir die GrĂŒnde fĂŒr die steigende Verbreitung von Hufrehe, warum der Fruktangehalt von Weidegras auch in der kalten Jahreszeit wichtig ist und wie Pferdehalter vorbeugen können.

Was ist Hufrehe?

Hufrehe ist eine entzĂŒndliche Erkrankung der Huflederhaut, die dazu fĂŒhrt, dass sich das Hufbein innerhalb der Hufkapsel verschiebt. Diese Verschiebung kann zu extremen Schmerzen und im schlimmsten Fall zu dauerhaften SchĂ€den oder dem Verlust des Pferdes fĂŒhren. Die Ursachen sind vielfĂ€ltig, von Überbelastung und Stoffwechselstörungen bis hin zu ĂŒbermĂ€ĂŸiger FĂŒtterung mit stĂ€rke- oder zuckerhaltigen Futtermitteln. Besonders wichtig ist dabei der Zusammenhang mit einer gestörten Insulinregulation, die durch eine hohe Zuckeraufnahme beeinflusst wird.

Warum ist Hufrehe heute so verbreitet?

Es gibt verschiedene GrĂŒnde, warum die PrĂ€valenz von Hufrehe in den letzten Jahren angenommen hat:

  1. VerĂ€nderte Haltungsbedingungen : Immer mehr Pferde werden in intensiver Weidehaltung gehalten, um ihnen ausreichend Bewegung und eine natĂŒrliche ErnĂ€hrung zu bieten. Allerdings sind viele Pferderassen nicht fĂŒr den Dauerweidegang konzipiert, insbesondere wenn das Gras reich an Zucker ist.
  2. FĂŒtterung und Bewegung : Pferde, die aus Arbeits- und FreizeitgrĂŒnden weniger bewegt werden, haben ein höheres Risiko, da ihr Stoffwechsel langsamer arbeitet. In Kombination mit einer zu reichhaltigen FĂŒtterung kann es zu Übergewicht und Hufrehe kommen.
  3. Zucht und genetische PrĂ€disposition : Einige Rassen, wie Ponys und Robustpferde, haben eine höhere genetische Veranlagung fĂŒr Insulinresistenz, was sie anfĂ€lliger fĂŒr Hufrehe macht.

Warum sollte man im Herbst und Winter auf den Fruchtgehalt des Grases achten?

Viele Pferdebesitzer sind sich der Gefahr hoher Fruchtgehalte im FrĂŒhling bewusst, wenn das Gras besonders energiereich ist. Doch auch im Herbst und Winter ist Vorsicht geboten:

  • KĂŒhle Temperaturen und Sonnenlicht : Fruktan ist ein Zucker, den GrĂ€ser speichern, um in Zeiten geringer Photosynthese Energie zu bewahren. Besonders wenn die NĂ€chte kalt und die Tage sonnig sind, steigt der Fruchtgehalt im Gras an. Das bedeutet, dass auch im SpĂ€therbst und im Winter der Fruchtgehalt hoch sein kann, besonders morgens und in den spĂ€ten Nachmittagsstunden.
  • Stressbedingungen fĂŒr das Gras : KĂ€lteeinbrĂŒche oder Frost setzen die Pflanzen unter Stress, was zu einer erhöhten Zuckerproduktion fĂŒhrt. Pferde, die auf solchen Weiden grasen, nehmen diesen ĂŒberschĂŒssigen Zucker auf, was zu einer Überlastung des Stoffwechsels und zur Auslösung einer Hufrehe fĂŒhren kann.

Was können Pferdehalter tun?

Hier sind einige wichtige Maßnahmen, um Hufrehe vorzubeugen:

  1. Zeitgesteuertes Weidemanagement : Pferde sollten nicht zu den Zeiten auf die Weide gelassen werden, in denen der Fruchtgehalt am höchsten ist, also meist am frĂŒhen Morgen und am spĂ€ten Nachmittag. Auch bei kaltem, sonnigem Wetter ist besondere Vorsicht geboten.
  2. Kontrollierte FĂŒtterung : ErgĂ€nzende FĂŒtterung sollte sorgfĂ€ltig geplant und kontrolliert werden. Pferde, die leicht zunahmen, sollten weniger Zugang zu Weidegras haben und stattdessen auf magerem Heu gehalten werden.
  3. RegelmĂ€ĂŸige Bewegung : Um Übergewicht zu vermeiden und den Stoffwechsel zu unterstĂŒtzen, sollten Pferde regelmĂ€ĂŸig bewegt werden, auch in den Wintermonaten.
  4. Wissen um den Fruktangehalt : Pferdehalter sollten sich ĂŒber den Fruktangehalt der Weidepflanzen informieren. Es gibt spezielle Fruktan-Testkits und Beratungsmöglichkeiten, um den Gehalt vor Ort zu messen.

Fazit

Hufrehe ist eine komplexe und ernstzunehmende Erkrankung, die durch bewusste Haltung und ErnÀhrung vermieden werden kann. Gerade in den kÀlteren Monaten sollten Pferdebesitzer auf die Fruchtwerte im Weidegras achten und entsprechend vorbeugen. Mit dem richtigen Management lÀsst sich das Risiko minimieren und die Gesundheit der Pferde nachhaltig sichern.