Für viele Menschen ist Silvester ein fröhlicher Anlass – für Pferde jedoch bedeutet die Nacht des Jahreswechsels oft puren Stress. Laute Knaller, grelle Lichtblitze und der unvorhersehbare Zeitpunkt der Explosionen können selbst gelassene Pferde aus der Ruhe bringen. Als verantwortungsvolle Pferdehalter*innen können wir jedoch einiges tun, um unseren Vierbeinern diese belastende Nacht so angenehm wie möglich zu gestalten.
1. Frühzeitig vorbereiten
Der Schlüssel zu einem entspannten Jahreswechsel liegt in der rechtzeitigen Vorbereitung.
- Routinen beibehalten: Pferde lieben Struktur. Versuche, den Tagesablauf am 31. Dezember möglichst normal zu gestalten.
- Training gegen Geräuschangst: Falls möglich, kann bereits Wochen vorher mit Geräusch-CDs oder Apps gearbeitet werden. Wichtig: Ganz langsam steigern und das Pferd nie überfordern.
2. Der richtige Aufenthaltsort


Ob Weide oder Stall – beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
- Im Stall: Viele Pferde fühlen sich in einer geschlossenen, vertrauten Umgebung sicherer. Der Stall dämpft Geräusche und verhindert Sichtkontakt zu den Feuerwerken.
- Auf der Weide: Ausreichend Platz kann panischen Bewegungsdrang reduzieren. Voraussetzung: sichere, stabile Zäune und eine ruhige Umgebung ohne direkte Nachbarn, die böllern.
Am besten entscheidet man individuell nach Pferd, Haltungssystem und Umgebung.
3. Sicherheit geht vor!
Silvester ist leider auch eine Zeit, in der es zu Unfällen kommen kann.
- Kontrolliere am Nachmittag des 31.12. alle Zäune, Tore und Stallbereiche – lose Bretter oder Nägel können zur Gefahr werden.
- Entferne gefährliche Gegenstände von Hof und Weide.
- Sorge dafür, dass dein Pferd nicht alleine ist – Herdentiere beruhigen sich gegenseitig.
4. Licht und Geräuschkulisse nutzen
- Radio oder beruhigende Musik kann helfen, plötzliche Knallgeräusche zu überdecken.
- Ein leicht beleuchteter Stall verhindert, dass Lichtblitze von Feuerwerkskörpern das Pferd erschrecken.
5. Fütterung: Stress runter, Verdauung stabil

- Eine gute Portion Heu zum Jahreswechsel beruhigt, da Kauen Stress reduziert.
- Vermeide große Kraftfuttergaben in der kritischen Zeit – Stress kann Verdauungsprobleme begünstigen.
6. Beruhigungsmittel? Nur mit Tierarzt!
Natürliche Ergänzungen wie Magnesium, Baldrian oder Kräutermischungen können unterstützend wirken – aber nicht jedes Mittel hilft jedem Pferd.
Sedierende Medikamente dürfen ausschließlich nach Rücksprache mit dem Tierarzt verabreicht werden.
Wichtig: Bitte keine Experimente in Eigenregie!
7. Der Mensch als Ruhepol

Pferde spiegeln unsere Emotionen. Wenn wir angespannt sind, merken sie das sofort.
- Sei ruhig, gelassen und freundlich.
- Hektik, Mitleid oder ständiges Kontrollieren kann mehr Stress erzeugen.
8. Nach der Nacht ist vor der Kontrolle
Am 1. Januar solltest du dein Pferd und die Anlage gründlich überprüfen:
- Wie hat das Pferd die Nacht verkraftet?
- Gibt es Spuren von Böllern oder Raketen auf dem Gelände?
- Ist der Zaun noch intakt?
Fazit
Wir können zwar nicht verhindern, dass um uns herum Feuerwerk gezündet wird, aber wir können viel tun, um unseren Pferden Halt, Sicherheit und Ruhe zu vermitteln. Mit guter Vorbereitung, einer sicheren Umgebung und einem klaren, ruhigen Auftreten können wir die Silvesternacht für unsere Vierbeiner deutlich angenehmer gestalten.
Wenn wir achtsam bleiben und die Bedürfnisse unserer Pferde ernst nehmen, steht einem stressfreieren Jahreswechsel nichts im Wege.
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